Flachdächer haben einen schlechten Ruf — aber das ist meistens unbegründet. Ein gut ausgeführtes Flachdach ist genauso wasserdicht wie ein Schrägdach. Es sind meist Ausführungsfehler oder fehlende Wartung, die zu Problemen führen.
Aufbau Flachdach
Ein zeitgemässes Flachdach besteht aus mehreren Schichten: Tragkonstruktion, Dampfbremse, Wärmedämmung, Gefälledämmung (Mindestgefälle 2%), Abdichtungsbahn, Kiesschicht oder Schutzlage.
Das Mindestgefälle von 2% ist entscheidend: Stehendes Wasser belastet die Abdichtung und gefriert im Winter — das führt zu Schäden.
Abdichtungsmaterialien
Bitumenbahnen: Klassisch, bewährt, 2-lagig verlegt, verschweisst. Lebensdauer 20–30 Jahre. Günstigste Lösung.
Kunststoffbahnen (PVC, TPO, EPDM): Langlebiger als Bitumen (30–50 Jahre), weniger empfindlich auf punktuelle Belastungen, leichter. Höhere Anschaffungskosten, aber geringere Lebenszykluskosten.
Flüssigabdichtung: Nahtlos, gut für komplexe Geometrien (Durchdringungen, Kehlen). Wird immer häufiger als Ergänzung oder Alternative eingesetzt.
Begrünte Flachdächer
Extensiv begrünte Flachdächer (Sedum-Matten) sind in der Schweiz stark gefördert und schützen die Abdichtung vor UV und Temperaturschwankungen — verlängern die Lebensdauer deutlich. In Häusern in Birsfelden mit Flachdächern aus den 90er Jahren wurde nach Begrünung fast keine Schäden mehr beobachtet.
Wartung
Jährlich prüfen: Gefälleablauf frei? Randabschlüsse intakt? Durchdringungen (Lüftung, Kamine, Lichtkuppeln) dicht? Ein Flachdach, das nie gewartet wird, verliert 10 Jahre Lebensdauer gegenüber einem gewarteten.