Klinkerfassaden haben eine lange Tradition in Nordwesteuropa und sind wegen ihrer Langlebigkeit und Pflegefreiheit geschätzt. In der Schweiz sind sie weniger verbreitet als in Deutschland oder den Niederlanden, aber durchaus gebräuchlich.
Was ist Klinker?
Klinker sind bei sehr hohen Temperaturen (über 1000°C) gebrannte Ziegel, die dadurch extrem hart, dicht und frostbeständig werden. Die Wasseraufnahme beträgt unter 6% — deutlich weniger als normale Backsteine.
Vorteile
- Extrem langlebig (50–100 Jahre ohne wesentliche Pflege)
- Keine Neustriche nötig
- Hohe Widerstandsfähigkeit gegen Frost, Schlag und mechanische Einwirkung
- Natürliche Optik, die mit dem Alter schöner wird
- Atmungsaktiv
Nachteile
- Teure Erstinvestition: CHF 150–280 pro m² Fassadenfläche (inkl. Mörtel und Montage)
- Reparaturen sind aufwendig (einzelne Klinker tauschen braucht Facharbeit)
- Schweres Material — bei nachträglicher Verkleidung statische Abklärung nötig
- Nicht nachträgliche Dämmung möglich ohne Rückbau
Klinker auf bestehende Fassade?
Als Vormauerwerk auf bestehende Fassade möglich, aber aufwendig: Fundament muss Klinker tragen, Verankerung ins bestehende Mauerwerk, Luftschicht zwischen Bestand und Klinker. In Altbauten in Zeglingen selten nachgerüstet, weil der Aufwand meist eine komplette Fassadenerneuerung verlangt.
Alternativen mit Klinkeroptik
Klinkerriemchen (dünne Klinkerplatten, 1–3 cm dick) auf bestehendem Verputz kleben: günstigere Alternative mit ähnlichem Look. CHF 60–120 pro m² Materialkosten.