Klimaanlagen sind in der Schweiz weniger verbreitet als in Südeuropa — aber mit zunehmenden Hitzesommern wird die Frage häufiger gestellt: Brauche ich eine Klimaanlage?
Klimaanlage vs. Wärmepumpe
Moderne Wärmepumpen sind reversibel — sie heizen im Winter und kühlen im Sommer (Inverterklimaanlage). Das ist eine clevere Kombination: eine Anlage für beide Funktionen. Kosten für Kühlbetrieb: 0.3–1 kWh Strom pro kWh Kühlung (COP 3–5).
Wann lohnt sich Kühlung?
Bei über 8–10 Tropennächten pro Jahr (Nachttemperatur über 20°C). In Wohnungen über dem 3. Stockwerk (keine Erdbodenkühle). In Räumen mit grosser Südverglasung ohne Aussenbeschattung.
Bessere Alternative: Präventiv kühlen
Bevor man in Kühlung investiert: Nachtlüftung maximieren (kühle Nachtluft rein, warme Tagesluft draussen halten), Aussenbeschattung, Wärmemassen nutzen (Stein, Beton speichern Kühle).
In Häusern in Birsfelden, wo Sommernächte durch Stadtlage warm bleiben, hat eine automatische Nachtöffnung von Fenstern in Kombination mit Storen die Innentemperatur auf 26°C gehalten — ohne Klimaanlage.
Split-Klimaanlage nachrüsten
Ein Split-Gerät: Ausseneinheit + Inneneinheit (Wandgerät). Kühlt und heizt. Kosten: CHF 2'000–5'000 inkl. Installation pro Zimmer. Keine aufwendige Haustechnikintegration nötig.
Bewilligung
Ausseneinheiten brauchen in manchen Gemeinden eine Baubewilligung (Schall, Optik). Im Kanton BL: Meldeverfahren wenn im Gartenbereich, Bewilligung wenn an der Fassade.