Die Fassadendämmung ist eine der wirkungsvollsten Massnahmen zur Senkung der Heizkosten. In der Schweiz, wo Energie teuer ist, amortisiert sich eine gute Fassadensanierung in 10–15 Jahren.
WDVS — das Wärmedämmverbundsystem
Das WDVS (Wärmedämmverbundsystem, umgangssprachlich «Aussenputzsystem») ist die meistgebaute Lösung in der Schweiz. Dämmplatten aus EPS (Styropor) oder Mineralwolle werden auf die Fassade geklebt und gedübelt, dann armiert und verputzt.
Vorteile: Günstig, schnell verlegt, viele Oberflächen möglich. Nachteile: Schäden (Eindrücke, Risse) schwer zu reparieren, Fassade kann nicht mehr «atmen» (relevant bei bestimmten Altbauten).
Hinterlüftete Vorgehängte Fassade (HVF)
Bei der HVF wird eine Unterkonstruktion montiert, Dämmmaterial eingelegt, und eine Verkleidung (Faserzement, Holz, Metall, Stein) davor gehängt. Die Hinterlüftung zwischen Dämmung und Verkleidung verhindert Feuchtestau.
Vorteile: Hochwertig, langlebig, reparierbar, gut für Feuchtemanagement. Nachteile: Deutlich teurer als WDVS.
Was ist in Basel-Landschaft gefragt?
Im ländlichen Teil des Kantons — etwa rund um Sissach — überwiegen Einfamilienhäuser aus den 60er bis 80er Jahren mit ungedämmten Backsteinwänden. Hier ist das WDVS die Standardlösung, weil es kostengünstig grosse Flächen abdeckt.
Fördergelder nicht vergessen
Das Gebäudeprogramm (Bund + Kantone) fördert Fassadendämmungen in der Schweiz mit Beiträgen von CHF 25–65 pro m², je nach Dämmstärke und Kanton. Im Kanton BL gibt es zusätzliche kantonale Förderungen. Immer vor Baubeginn beantragen — nach der Ausführung ist kein Gesuch mehr möglich.
Wann ist eine neue Fassade nötig?
- Risse im Putz (Wasser dringt ein)
- Algenbefall oder Verfärbungen (Feuchtigkeit hinter dem Putz)
- Abplatzende Farbe (Haftungsverlust)
- Heizkosten trotz neuer Heizung zu hoch