Innendämmung ist oft die einzige Option wenn die Fassade nicht verändert werden darf — aber sie hat Tücken, die man kennen muss.
Wann Innendämmung?
- Denkmalgeschützte Gebäude (Fassade darf nicht verändert werden)
- Mietobjekte (Mieter sollen nicht belästigt werden)
- Wenn Aussendämmung aus baulichen Gründen nicht geht (Grenzabstand)
Dampfdiffusion — das kritische Thema
Die warme Innenluft enthält Feuchtigkeit. Wenn diese Feuchtigkeit durch die Innendämmung zur kalten Aussenwand diffundiert, kondensiert sie dort. Schimmelpilz und Bauschäden sind die Folge.
Lösung: Dampfbremse auf der warmen Seite (innen) der Dämmung. Nicht Dampfsperre (komplett dicht), sondern Dampfbremse (sd-Wert 2–10 m) für etwas Feuchtigkeitspuffer. Oder: Calciumsilikatplatten — kann Feuchte aufnehmen und abgeben ohne zu schimmeln.
Calciumsilikatplatten
Kapillaraktiv: nimmt Feuchtigkeit auf und gibt sie zurück. Kann direkt auf die Wand geklebt werden. Kein Schimmel. Besonders für Aussenwand-Ecken geeignet. Kosten: CHF 40–80 pro m² inkl. Montage.
Raumverlust
Innendämmung frisst Wohnfläche: 6–10 cm pro Wand. Bei kleinen Räumen merklich. In Häusern in Zeglingen, wo historische Fassaden erhalten bleiben mussten, wurde Innendämmung mit Calciumsilikatplatten auf kritischen Kältebrücken-Bereichen eingesetzt — gezielt statt ganzer Wand.