Fenster mit Sprossen — ein Detail, das einen grossen Unterschied in der Fassadenoptik macht. Wann Sprossen, wann nicht?
Echte Sprossen
Teilen die Glasfläche tatsächlich in mehrere kleine Scheiben. Historisch: notwendig weil grosse Glasscheiben nicht produziert werden konnten. Heute: aus gestalterischen Gründen. Aufwändig und teuer. Reinigung muss jede Scheibe einzeln behandeln.
Falsche Sprossen (Ziersprosseneinsatz)
Sprosse im Scheibenzwischenraum (Glasleiste zwischen den Scheiben) oder aufgeklebte Sprosse aussen: optischer Effekt ohne echte Teilung. Günstiger. Reinigung einfacher. Wärmedämmwert bleibt gut.
Wann Sprossen sinnvoll?
Bei historischen Gebäuden die Originalcharakter behalten sollen. Bei Landhausstil, Jugendstil, Berghaus-Stil: Sprossen passen. Beim modernen Neubau mit grossem Glasanteil: eher nicht (brechen die klare Linie).
Denkmalpflege
In historischen Ortskernen: Denkmalpflege schreibt oft Sprossenteilung vor. Welche Sprossen, welche Farbe, welches Profil: genau prüfen bevor Fenster bestellt werden.
In Häusern in Laufen, wo die Altstadt unter Ortsbildschutz steht, mussten Fenster mit echten Sprossen eingebaut werden — genaue Abmessungen vorgegeben vom Kulturgüterschutz. Der Mehrpreis von 30% war Auflage, keine Option.