Holz und Wasser vertragen sich schlecht. Und doch gibt es in der Schweiz Tausende von Holzhäusern — weil richtiges Detaildesign das Wasser ableitet, bevor es schaden kann.
Dachüberhang
Der grosszügige Dachüberhang ist der beste Schutz für Holzfassaden. Er hält Schlagregen von der Fassade fern. Standard im Schweizer Chaletstil: 80–120 cm Überstand. In Häusern mit knappem Dachüberstand (Flachdach-Anbau) schützt man die Holzfassade weniger — stärkere Farbbehandlung nötig.
Sockelabstand
Holzfassade darf nicht bis auf den Boden gehen — Spritzwasser und aufsteigende Feuchtigkeit schädigen. Mindestabstand: 30 cm über Terrain. Sockelzone mit Klinker, Beton oder Naturstein ausführen.
Hinterlüftung
Holzverkleidungen müssen hinterlüftet sein — Feuchtigkeit, die hinter die Bretter gelangt, muss austrocknen können. Hinterlüftungsraum mind. 20 mm. Ohne Hinterlüftung: Fäulnis garantiert.
Fugendetails
Horizontale Bretter oben: offene Schnittflächen werden am schnellsten nass. Schrägschnitte (45°) oder Abdeckleisten obenauf führen Wasser ab. Überlappende Schalungsbretter (Schuppenlung) sind selbstableitend.
In Häusern in Waldenburg, wo Holzfassaden Teil des Stadtbilds sind, werden diese Detailregeln seit Generationen angewendet — und dort sieht man Holzhäuser, die 100 Jahre und älter sind und immer noch gut aussehen.
Behandlung
Lasur oder Anstrich: wie bereits beschrieben. Wichtig: Alle Hirnholzflächen (Stirnseiten der Bretter) besonders sorgfältig behandeln — hier dringt Wasser am schnellsten ein.