Innendämmung ist die Alternative zur Aussendämmung — wenn die Fassade nicht angefasst werden soll oder kann. Sie ist günstiger, aber auch anspruchsvoller in der Ausführung.
Wann Innendämmung statt Aussen?
- Denkmalgeschützte Fassaden
- Nachbarwände (kein Zugang von aussen)
- Budget reicht nicht für Fassadensanierung
- Nur einzelne Räume sollen verbessert werden
Das Problem: der Taupunkt
Innendämmung verlagert den Taupunkt (wo Feuchtigkeit kondensiert) in die Konstruktion. Wenn warme Raumluft durch die Dämmung diffundiert und auf die kalte Wand trifft, kondensiert sie dort. Das Ergebnis: Schimmel und Feuchteschäden hinter der Dämmung — die man nicht sieht.
Lösung: Dampfbremse oder Dampfsperre vor der Dämmung (zur Raumseite). Die verhindert, dass feuchte Raumluft in die Dämmung gelangt.
Materialien
Kalziumsilikatplatten: Speichern und geben Feuchtigkeit ab — kapillaraktiv. Kein Taupunktproblem. Ideal für historische Altbauten, keine Dampfbremse nötig. Teurer.
Hartschaum (XPS/EPS) mit Dampfsperre: Günstiger, aber Dampfsperre muss absolut dicht ausgeführt werden — Fehler führen zu Schäden.
Aerogel: Dünn und hoch dämmend — ideal wenn Raumverlust minimal sein soll. Sehr teuer.
Wie viel Raumverlust?
8 cm Innendämmung auf vier Wände eines 15-m²-Zimmers: ca. 2–3 m² Raumverlust. In Häusern in Zeglingen, wo Zimmer ohnehin klein sind, ist das ein wichtiger Faktor.
Kosten
- Kalziumsilikat: CHF 80–150 pro m²
- XPS mit Dampfbremse: CHF 50–100 pro m²