Vor jedem grossen Renovierungsprojekt steht die Finanzierungsfrage. Wie viel kostet es? Was kann ich mir leisten? Welche Möglichkeiten gibt es?
Eigenkapital vs. Kredit
Grundregel: Eigenkapital für Instandhaltung (Dach, Heizung, Fenster), Kredit für wertsteigernde Massnahmen. Warum? Erhaltungsarbeiten haben keinen Wertzuwachs — das Eigenkapital ist weg. Wertsteigernde Massnahmen (Anbau, Ausbau) erhöhen den Belehnungswert, was einen Kredit rechtfertigt.
Hypothek aufstocken
Wer Eigenkapital im Haus hat (Gebäudewert > offene Hypothek), kann die Hypothek aufstocken. Das geht bis max. 80% des Belehnungswerts (bei selbstbewohnten Liegenschaften). Kosten: Hypothekarzins (aktuell 1.5–3.5%), meist günstiger als Konsumkredit.
Konsumkredit / Privatkredit
Für kleinere Summen (CHF 5'000–50'000): schnell, ohne Hypothek-Administrationsaufwand. Aber deutlich teurer (Zinsen 4–12%). Nur wenn Hypothekaraufstockung nicht möglich oder unwirtschaftlich.
Steuerliche Abzüge einplanen
Erhaltungsaufwand (Unterhalt) ist steuerlich abzugsfähig, Erweiterungen (Luxus, Ausbau) nicht. Das beeinflusst, wie man Ausgaben aufteilt. Ein Steuerberater hilft, die Renovierungskosten optimal zu klassieren.
In Häusern in Diegten, wo Sanierungen in Etappen gemacht werden, kann die optimale Klassierung der Kosten auf zwei Steuerjahre die Steuerbelastung erheblich reduzieren.
Fördermittel als Eigenkapital-Ersatz
Fördergelder für Fassadendämmung, Heizung und Solaranlage können die Eigenkapital-Anforderung reduzieren. Gebäudeprogramm: bis 30–40% der förderfähigen Investitionen.