Risse in Beton sind nicht alle gleich gefährlich. Was muss sofort gehandelt werden, was ist harmlos?
Rissbreite beurteilen
- Unter 0.2 mm: meist unbedenklich (Schwindriß)
- 0.2–0.5 mm: beobachten, prüfen ob wachsend
- Über 0.5 mm: Ursache klären, Statiker wenn strukturell
- Breite Risse mit Versatz: sofort Statiker beiziehen
Schwindrisse
Entstehen beim Aushärten des Betons — Schwinden ist unvermeidlich. Netz aus feinen Rissen: Eigenschaft des Materials. Kein Handlungsbedarf solange Bewehrung nicht korrodiert.
Bewehrungskorrosion erkennen
Rost-Flecken auf der Betonoberfläche, Abplatzungen: Korrosion der Bewehrung. Expandierender Rost sprengt Betondeckung ab. Handlungsbedarf: Betonreparatur mit Korrosionsschutz auf der Bewehrung.
Epoxidharz-Injektion
Für strukturelle Risse: Injektionsstutzen einsetzen, Epoxidharz einpressen. Klebt den Riss zu und stellt Tragfähigkeit wieder her. Facharbeit: CHF 150–500 pro laufenden Meter.
In Häusern in Bottmingen, wo Betondecken aus den 60er Jahren Rissnetze zeigten, hat eine Thermografieuntersuchung gezeigt, dass die Bewehrung noch intakt war — Schwindrisse, kein Handlungsbedarf.