Wer baut oder umbaut, kommt um das Thema Statik nicht herum. Tragwerke sind das Skelett des Gebäudes — unsichtbar, aber unverzichtbar.
Was macht ein Statiker?
Der Bauingenieur (Statiker) berechnet, ob Konstruktionen die vorgesehenen Lasten tragen können: Eigengewicht, Schnee, Wind, Nutzlasten. Er dimensioniert Träger, Stützen, Decken und Fundamente und erstellt Bewehrungspläne für Betonteile.
Wann brauche ich einen Statiker?
- Tragende Wände entfernen oder öffnen
- Neue Trageböden oder Decken
- Aufstockungen
- Anbauten
- Grosse Dachfenster oder Gauben
- Kellern unter einem bestehenden Haus
Was kostet ein Statiker?
Für ein Einfamilienhaus: CHF 3'000–8'000 (Basisleistungen). Für komplexe Projekte: mehr. Stundenhonorar: CHF 130–200. Das klingt viel, aber ein statischer Fehler kann im schlimmsten Fall das Haus gefährden — es ist gut investiertes Geld.
Statik im Altbau
Altbauten haben keine dokumentierten Statikpläne. Der Statiker muss den Ist-Zustand rekonstruieren — manchmal mit Kernbohrungen, Bauteilöffnungen oder Materialproben. Das ist aufwendiger als bei Neubauten.
In Häusern in Seltisberg, die ohne Bauunterlagen aus der Vorkriegszeit renoviert werden, ist die statische Bestandsaufnahme oft eine der ersten und teuersten Massnahmen.
Kommunikation zwischen Architekten und Statiker
Gut: Beide sind von Anfang an im Projekt. Schlecht: Architekt plant, Statiker soll es nachträglich «genehmigen». Frühe Einbindung spart Planungskorrekturkosten.