Zweifach- oder Dreifachverglasung — eine Frage, die Käufer und Renovierende gleichermassen beschäftigt. Was ist der Unterschied und wann lohnt sich was?
Zweifachverglasung (Isolierglas)
Zwei Glasscheiben mit Edelgas-Zwischenraum. Wärmedurchgangskoeffizient U_g: 1.0–1.3 W/(m²K). Standard seit den 80er Jahren. Günstig, ausreichend für viele Einsatzbereiche. Heute Minimum für Neubau.
Dreifachverglasung
Drei Scheiben, zwei Zwischenräume. U_g: 0.5–0.7 W/(m²K). Deutlich bessere Dämmung. Wichtig für: Passivhäuser, Minergie-P, grosse Fensterflächen nach Norden, Gebäude in Kälteregionen. Mehrkosten: 20–40% gegenüber Zweifach.
Wann lohnt Dreifach?
Wenn: Heizkosten hoch, grosse Fensterflächen, Haus wird auf Minergie oder Passivhaus-Standard saniert, Komfortanspruch hoch (keine kalte Glasfläche spürbar). Wenn: Fenster gut situiert (Süden), kleines Haus, Budget knapp: Zweifach reicht oft.
g-Wert (Energiedurchlassgrad)
Dreifachverglasung hat oft niedrigeren g-Wert — lässt weniger solare Wärme rein. An Südseite: kann im Winter passive Solargewinne reduzieren. Zweifach mit gutem g-Wert (0.6) kann an Südfassade trotzdem besser sein als Dreifach (g=0.4).
In Häusern in Augst mit grosser Südverglasung wurde nach detaillierter Berechnung Zweifachglas mit hohem g-Wert gewählt — die Solargewinne überwiegen den Dämmvorteil von Dreifach an dieser Ausrichtung.