Wärmedämmverbundsysteme (WDVS) werden oft pauschalisiert — «einfach Styropor draufkleben». In der Realität ist die fachgerechte Ausführung entscheidend für Haltbarkeit und Wirkung.
Aufbau WDVS
- Untergrundvorbereitung (Putz fest, sauber, ohne Risse)
- Klebemörtel auf Dämmplatte aufgetragen (Punkt-Wulst-Methode)
- Dämmplatte ankleben, nach Aushärtung zusätzlich verdübeln
- Armierungsputz mit Gewebematte eingebettet
- Grundierung
- Deckputz
Material EPS vs. Mineralwolle
EPS (Expandiertes Polystyrol): günstig, leicht, feuchteempfindlich, gute Dämmwerte. Mineralwolle: teurer, schwerer, nicht brennbar (A1), diffusionsoffen. Bei Bauten mit erhöhten Brandschutzanforderungen ist Mineralwolle Pflicht.
Sockelzone
Der Sockelbereich (unterste 30 cm über Terrain) ist am stärksten beansprucht: Spritzwasser, mechanische Einwirkung, Feuchtigkeit. Hier: XPS (extrudiertes Styropor) als Dämmmaterial, da feuchtigkeitsresistenter.
Knackpunkte bei der Ausführung
- Leibungen abdichten (Anschluss Fensterrahmen)
- Dilatationsfugen bei Übergängen (verhindert Risse)
- Gewebematte an Ecken (verstärkter Schutz)
- Keine nasse Deckputz-Verarbeitung unter 5°C
In Häusern in Diepflingen, wo WDVS ohne Sockelschutz ausgeführt wurde, sieht man nach 10 Jahren bereits Abplatzungen im Erdbereich — die Sparung am falschen Ort kostet doppelt.