Wohnungstrenndecken sind eine der wichtigsten Schallschutzebenen im Mehrfamilienhaus — und eine der aufwendigsten nachzurüsten. Was ist möglich, was nicht?
Warum Trenndecken so schwierig sind
Schall überträgt sich durch die Deckenstruktur in alle angrenzenden Räume. Eine schwere, massive Stahlbetondecke dämmt Luftschall gut, aber Trittschall weniger. Holzbalkendecken aus dem Altbau sind für beide problematisch — leicht, kaum Masse.
Massnahmen von oben
Schwimmender Estrich auf Trittschalldämmung: Die wirksamste Massnahme. Die obere Wohnung baut über den bestehenden Boden einen neuen schwimmenden Estrich — das kostet Raumhöhe (8–15 cm) und ist aufwendig. Wirkung: ∆Lw 20–30 dB.
Trockenestrich-Lösung: Schneller, weniger Aufbau, aber auch weniger wirksam. Trittschall-Trockenbausysteme schaffen ∆Lw 12–18 dB.
Massnahmen von unten
Abgehängte Decke mit Entkopplung: Federstahlbügel entkoppeln die neue Unterdecke vom Tragwerk. Mineralwolle zwischen Tragdecke und Unterdecke. Wirkung: Luftschall deutlich besser, Trittschall mässig verbessert.
In Mehrfamilienhäusern in Münchenstein, wo Konflikte zwischen Ober- und Untermietern häufig auftreten, ist die Kombination von beidem (schwimmender Estrich oben + abgehängte Decke unten) die effektivste Lösung — aber auch die teuerste.
Kosten
- Schwimmender Estrich auf Dämmung: CHF 80–150 pro m²
- Abgehängte Decke mit Entkopplung: CHF 70–130 pro m²