Kalkputz ist das älteste Baumaterial der Welt — und erlebt eine Renaissance. Aus gutem Grund: Kalkputz reguliert Feuchtigkeit, ist antimikrobiell und nachhaltig.
Was ist Kalkputz?
Gebrannter Kalk wird mit Wasser zu Sumpfkalk gelöscht und mit Sand gemischt. Er bindet durch Karbonatisierung — reagiert langsam mit CO₂ aus der Luft und wird hart. Das dauert Wochen bis Monate, nicht Stunden wie Gips.
Warum Kalkputz im Altbau?
Altbauten mit Stampflehm, Natursteinwänden oder alten Backsteinwänden müssen atmen. Gipsputz verhindert Feuchtigkeitstransport und führt zu Schimmel. Kalkputz ist diffusionsoffen — Feuchtigkeit kann ein- und austreten, ohne Schäden zu verursachen.
Innenkalkputz
Feiner Innenkalkputz («Kalkmarmor», «Marmorino») kann auf Hochglanz poliert werden — ein wunderschöner, fast lebender Untergrund. Aufwendig, teuer, aber langlebig und einmalig optisch.
Aussenkalkputz
Kalkverputz aussen ist witterungsbeständig und frostfest. In historischen Gebäuden war er Standard. Heute teilweise durch Silikatputz ersetzt, aber für denkmalgeschützte Fassaden oft Pflicht.
In Häusern in Oltingen, wo historische Bausubstanz erhalten wird, ist Kalkputz das Material der Wahl für Restaurierungen — das Bauamt verlangt es teils ausdrücklich.
Kosten
- Einfacher Kalkputz (Material+Auftrag): CHF 40–80 pro m²
- Marmorino-Innenputz: CHF 80–150 pro m²
- Kunstharzputz zum Vergleich: CHF 20–40 pro m²