Ein grosses Fenster oder eine Glasfront ist architektonisch spektakulär — aber energetisch eine Herausforderung. Wie bringt man beides zusammen?
Grosse Fensterflächen — Chancen
- Tageslicht tief ins Haus bringen
- Verbindung Innen-Aussen schaffen
- Passive Sonnenenergie nutzen (Südausrichtung)
- Raumgefühl vergrössern
Grosse Fensterflächen — Risiken
- Sommerlicher Wärmeeintrag (Überhitzung ohne Beschattung)
- Winterliche Wärmeverluste (mehr Fensterfläche = mehr Verlust)
- Blendung
- Privatsphäre (Sichtschutz nötig)
Lösungen
Dreifachverglasung: Pflicht bei grossen Flächen. U-Wert ≤ 0.6 W/m²K. Bei bodentiefen Fenstern über 4 m²: immer Dreifach.
Aussenjalousien: Automatisch einfahrend bei Überhitzung, sonnenschutzgesteuert. Bei grossen Südfenstern unverzichtbar.
Dachüberhang: Ein horizontaler Dachüberhang von 60–100 cm schirmt Sommersonne aus (hoher Sonnenstand) und lässt Wintersonne rein (niedrigerer Stand). Passive Beschattung ohne Mechanik.
In modernen Häusern in Münchenstein, wo Architektenfamilien grosse Glasfronten eingebaut haben, klagen die Bewohner manchmal über Überheizung im Sommer — der Dachüberhang war zu kurz geplant.
Schiebetüren als Alternative
Hebe-Schiebetüren ermöglichen vollständige Öffnung nach aussen. HST-Systeme (Hebe-Schiebe-Türen) mit Dreifachverglasung und breiten Rahmenprofilen: CHF 2'000–6'000 pro Element.