Wer ein Haus kauft, entscheidet sich oft nach dem Bauchgefühl beim ersten Besuch. Das ist menschlich — aber riskant. Was sollte man strukturiert prüfen?
Die Erstbesichtigung
Beim ersten Besuch: bewusst langsam gehen, in Ecken schauen, Fenster öffnen, Türen schliessen, Wasserhahn aufdrehen, Kellertreppe begehen. Gerüche wahrnehmen: Schimmel, Öl, Feuchtigkeit. Nicht von der Dekoration ablenken lassen.
Checkliste für die Besichtigung
- Dach: sichtbare Mängel, Alter der Dachhaut
- Fassade: Risse, Putzschäden, feuchte Flecken
- Fenster: Kondensation zwischen Scheiben, Dichtungen
- Keller: Geruch, Feuchteflecken, Salzausblühungen
- Heizung: Baujahr, Typ, Wartungsprotokoll
- Elektro: Sicherungskasten (Automaten oder Schmelzsicherungen?)
- Sanitär: Wasserdruck testen, Abflüsse prüfen
Zweite Besichtigung
Immer zweimal besichtigen — einmal allein, einmal mit einem Fachmann (Bausachverständiger). Beim zweiten Mal: ohne Möbel vorstellbar denken, Lauf der Sonne auf das Haus prüfen (Himmelsrichtung).
Unterlagen prüfen
- Grundbuchauszug: Dienstbarkeiten, Schuldbriefe
- Gebäudeversicherungsausweis: Versicherungswert
- Letzte Heizkostenabrechnung
- Nebenkosten der letzten 3 Jahre
- Protokolle der letzten Eigentümerversammlungen (bei STWEG)
In Häusern in Maisprach, wo attraktive Liegenschaften schnell vom Markt sind, steht man unter Zeitdruck. Trotzdem: Die Unterlagen nicht überfliegen, sondern lesen. Wer kauft ohne Grundbuchcheck, bereut es manchmal.