Die Qualität der Innenraumluft wird oft unterschätzt. Wir verbringen bis zu 90% unserer Zeit in Innenräumen — und was an Wänden, Böden und Decken aufgetragen wird, beeinflusst, was wir einatmen.
Was belastet die Innenraumluft?
- VOC (flüchtige organische Verbindungen): Aus lösungsmittelhaltigen Farben, Lacken, Klebern und Bodenbelägen. Typischer «Malergeruch» — nach einigen Wochen verfliegt er, aber kurzfristig kann er problematisch sein.
- Formaldehyd: Aus Spanplatten (Möbel, Küchen), bestimmten Parkettklebern, Hartfaserplatten
- Schimmelsporen: Bei Feuchteproblemen in der Wand
Was hilft?
Emissionsarme Farben: Viele Hersteller bieten heute Dispersionsfarben mit sehr niedrigen VOC-Werten (unter 1 g/l) an. Das Emicode-Gütesiegel (EC1+) oder das Umweltzeichen Blauer Engel sind verlässliche Orientierungen.
Lehmputz und Kalkputz: Natürliche Materialien ohne Lösungsmittel, die obendrein Feuchtigkeit regulieren. In Schlafzimmern sehr beliebt.
Bodenbeläge: Für Allergiker empfehlen sich Massivholzböden oder keramische Fliesen — keine textilen Beläge (Teppich), die Staub und Milben binden. In Kinderzimmern in Häusern aus Arlesheim mit Allergiehistorie setzt man oft auf Vinyl mit Emicode-Zertifizierung.
Nach der Renovierung richtig lüften
Nach Malerarbeiten: Für mindestens 3 Tage intensiv lüften. Fenster auf Kippe reicht nicht — stündliches Stosslüften von 10–15 Minuten ist effektiver. Danach normales Lüftungsverhalten.
Fazit
Gute Materialwahl bei Farben und Bodenbelägen hat direkten Einfluss auf die Gesundheit. Der Mehrpreis für emissionsarme Produkte ist in der Regel gering — der Nutzen ist real.