Kanalisation und Abwassersystem sind im Haus unsichtbar — bis etwas schiefgeht. Wer vorsorgt, vermeidet teure und unangenehme Überraschungen.
Wie lange halten Kanalisationsrohre?
- Ton-/Keramikrohre: 50–100 Jahre, aber Muffen werden undicht
- Gusseisenrohre: 50–80 Jahre, innen korrodierend
- PVC/PP-Rohre (ab 1960/70): 40–60 Jahre
- Moderne KG-Rohre (ab 1980): über 50 Jahre
Warnzeichen für Probleme
- Gurren oder Blubbern im Abfluss (Belüftung gestört)
- Langsam ablaufendes Wasser (Verstopfung oder Querschnittsreduzierung)
- Gerüche aus den Abläufen (defekter Geruchsverschluss oder Rohrleck)
- Wasserflecken im Keller ohne erklärbare Ursache
Rohrvideokamera
Die günstigste Diagnose: Kamerabefahrung der Rohre durch einen Kanalisationsbetrieb. Kosten: CHF 300–600. Das Ergebnis zeigt Risse, Wurzeleinwuchs, versetzte Muffen und Ablagerungen — ohne Aufgraben.
In Häusern in Läufelfingen, wo die Kanalisationen aus den 1950er-60er Jahren stammen, ist eine Kamerabefahrung vor jedem grösseren Umbau sinnvoll — Überraschungen kommen teuer.
Verstopfungen beheben
Mechanisch (Abflussspirale): für normale Haushaltsverstopfungen. Hochdruckreinigung: für hartnäckige Ablagerungen und grössere Rohre. Chemische Abflussreiniger: schaden Muffen und Gusseisenrohren — keine Dauerlösung.
Rohrsanierung ohne Aufgraben
Inliner-Verfahren: Ein neues Rohr wird von innen in das alte «eingeblasen». Günstiger als Aufgraben, besonders wenn Rohre unter Boden oder Garten verlaufen. Kosten: CHF 150–400 pro laufendem Meter.