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Trittschalldämmung nachrüsten: Unterlagsmatten, schwimmende Böden, Entkopplungssysteme — was wirklich Trittschall reduziert.
Trittschalldämmung nachrüsten: Was wirkt wirklich?

Trittschall ist der häufigste Streitpunkt zwischen Ober- und Untermietern. Schritte, Stühle rücken, fallende Gegenstände — in schlecht gedämmten Häusern hört man jeden Schritt der Nachbarn. Was hilft?

Warum Trittschall so hartnäckig ist

Trittschall breitet sich durch die Gebäudestruktur aus — nicht durch die Luft. Einmal im Tragwerk, leitet er sich weit aus. Das macht ihn schwieriger zu bekämpfen als Luftschall.

Unterlagsmatten

Die einfachste Massnahme beim Bodenersatz: Trittschallmatte unter dem neuen Belag. Qualitätsmatte mit Trittschallverbesserungsmass (∆Lw) über 18 dB ist empfehlenswert. Günstige Matten bringen nur 8–12 dB.

Unter Vinylböden: Systemunterlagen mit integrierter Trittschalldämmung sind Standard. Unter Parkett: Spezialunterlagen für Fussbodenheizung wählen (geringer Wärmedurchgangswiderstand).

Schwimmender Estrich

Die wirksamste Massnahme: Estrich auf Trittschalldämmplatte verlegen (schwimmend). Estrich hat keinen Kontakt zum Tragwerk — Erschütterungen werden nicht übertragen. ∆Lw bis 30+ dB. Erfordert Estrichabriss.

Was nicht hilft

Teppich auf hartem Boden: etwas Verbesserung, aber gering. Zimmer mit Möbeln bestücken: kaum Wirkung auf Trittschall. Ohne strukturelle Entkopplung kommt man bei sehr hellem Gebäude nur begrenzt weit.

In Häusern in Zunzgen, die in den 60er-70er Jahren mit Betondecken ohne Entkopplung gebaut wurden, ist ein nachträglicher schwimmender Estrich oft die einzig wirklich wirksame Massnahme — aber teuer und nur bei Bodenrenovierung sinnvoll.

Deckenverkleidung von unten

Abgehängte Decke mit entkoppelter Aufhängung (Federstahlbügel) und Mineralwolle: Luftschall erheblich reduziert, Trittschall moderat. Günstiger als Estrichabriss.

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