In der Schweiz kann Wohneigentum auch ohne volles Eigenkapital erworben werden. Aber die Finanzierungsregeln sind streng — und wer sie nicht kennt, scheitert beim Bankgespräch.
Eigenkapital-Anforderung
Mind. 20% des Kaufpreises als Eigenkapital. Davon mind. 10% «hartes» Eigenkapital — kein Vorbezug aus der Pensionskasse, nur Ersparnisse, Wertschriften, Schenkungen, Erbschaft. Die zweiten 10% dürfen aus der Pensionskasse (PK-Vorbezug) kommen.
Tragbarkeitsrechnung
Die Bank rechnet nicht mit dem aktuellen Zinssatz, sondern mit einem kalkulatorischen Zins von 5%. Dazu: 1% Unterhaltskosten, 1% Amortisation. Total muss unter 33% des Bruttoeinkommens liegen.
Beispiel: Haus CHF 800'000, Hypothek CHF 640'000. Kalkulatorische Kosten: 5% × 640'000 = 32'000 + 1% × 800'000 = 8'000 + Amortisation = ~6'400. Total ~46'000/Jahr. Benötigtes Jahreseinkommen: 46'000 / 0.33 = CHF 139'000 brutto.
Amortisation
Die Hypothek muss innert 15 Jahren auf 2/3 des Belehnungswerts amortisiert werden (indirekt über Säule 3a möglich). Wer das nicht plant, zahlt nach 15 Jahren höhere Zinsen.
Pensionskasse (WEF)
Wohneigentumsförderung (WEF): Vorbezug aus der PK ist bis Alter 50 frei wählbar, danach eingeschränkt. Achtung: Vorbezug reduziert spätere Rente. Verpfändung statt Bezug: PK bleibt erhalten, dient als Sicherheit für die Bank.
In Häusern in Häusern in Arlesheim, einer der teuersten Gemeinden im Kanton BL, ist der Einsatz von WEF-Mitteln fast die Regel, nicht die Ausnahme.