Dreifachverglasung ist heute in Schweizer Neubauten Standard. Aber lohnt sie sich auch bei der Sanierung — oder ist gute Zweifachverglasung ausreichend?
Die Kennwerte
Der Ug-Wert (Ug = Wärmedurchgangskoeffizient Glas) gibt an, wie viel Wärme durch das Glas verloren geht:
- Einfachverglasung: Ug ~5.8 W/m²K — katastrophal
- Zweifachverglasung standard: Ug 1.1–1.4 W/m²K
- Zweifachverglasung gut: Ug 0.9–1.0 W/m²K
- Dreifachverglasung standard: Ug 0.5–0.7 W/m²K
Wann lohnt sich Dreifachverglasung?
Bei Neubauten immer — der Mehrpreis gegenüber Zweifachverglasung ist gering, und die Amortisation rechnet sich. Bei Sanierungen: ja, wenn Sie Wärmepumpe oder Holzpellets heizen (die Energieeinsparung ist messbar). Wenn Sie günstigeres Gas haben und die Fenster nur 10 Jahre nutzen: Zweifachverglasung reicht.
Nachteile Dreifachverglasung
Dreifachverglasung ist schwerer — die Beschläge und Rahmen müssen das tragen. Ältere Rahmenkonstruktionen sind oft nicht ausgelegt für das Gewicht. In historischen Gebäuden in Augst, wo Rahmengrössen begrenzt sind, kommt Dreifachverglasung nicht immer ohne Rahmenanpassung.
Ausserdem ist der g-Wert (solare Wärmegewinne) bei Dreifachverglasung niedriger — das bedeutet weniger passive Sonnenenergie im Winter. Bei gut ausgerichteten Südfenstern kann das ein Nachteil sein.
Empfehlung für die Praxis
Neubau: Dreifach, keine Frage. Sanierung ab Baujahr 1990 mit Zweifachverglasung: Prüfen, ob der Rahmen gut genug ist. Wenn ja: Nur Glas austauschen (Scheibentausch) statt gesamtes Fenster — günstiger, schnell erledigt.