Ein Anbau schafft zusätzlichen Wohnraum, ohne dass man umziehen muss. Er ist oft günstiger als ein Neubau und wertsteigernd für die Liegenschaft. Aber er will gut geplant sein.
Anbau oder Umbau — was ist sinnvoller?
Ein Umbau verändert bestehende Räume, ein Anbau erweitert die Grundfläche. Wenn das Haus bereits gut aufgeteilt ist und nur mehr Platz fehlt, ist der Anbau die richtige Wahl. Wenn die Raumaufteilung grundlegend nicht stimmt, hilft ein Anbau oft wenig.
Was kostet ein Anbau?
Einfache Anbauten in Holzbauweise: ab CHF 2'500–3'500 pro m². Massivbauten: ab CHF 3'500–5'000 pro m². Dazu kommen Erschliessung (Heizung, Elektrik, Wasser) und Innenausbau. Ein Wintergarten liegt preislich darunter, bietet aber weniger Wohnqualität.
Bewilligung und Grenzabstände
In allen Kantonen der Nordwestschweiz gilt: Anbauten brauchen eine Baubewilligung. Besonders wichtig sind die Grenzabstände — meist 3 m zum Nachbarn (kleiner Grenzabstand) oder 6 m (grosser Grenzabstand). Das ist kantonal und kommunal unterschiedlich.
In Reinach (BL) beispielsweise gibt es je nach Zonenplan zusätzliche Einschränkungen für Anbauten in Wohnzonen W2 und W3. Ein Architekt oder ein erfahrener Bauleiter klärt das vor Projektbeginn ab — das spart Frust.
Anschluss an den Bestand
Die grösste technische Herausforderung beim Anbau: der Anschluss ans bestehende Gebäude. Wärmebrücken, Abdichtungen, unterschiedliche Fundamenttiefen — wer das nicht richtig löst, bekommt Feuchtigkeitsprobleme. Hier zeigt sich die Qualität der Bauleitung.
Tipp für Eigentümer
Immer zuerst den Architekten, dann den Unternehmer beauftragen. Ein guter Plan verhindert teure Überraschungen auf der Baustelle — und ist die Grundlage für vergleichbare Offerten.