Der Estrich ist die unsichtbare Grundlage für jeden Bodenbelag. Wer hier die falsche Wahl trifft, hat Probleme: Risse, Schallübertragung, Heizungsprobleme oder zu lange Trocknungszeiten.
Nassestrich (Zementestrich)
Der klassische Nassestrich ist eine Mischung aus Zement, Sand und Wasser, die vor Ort angemischt und eingebracht wird. Er ist robust, lastaufnahmefähig und für schwimmende Verlegung (über Dämmung oder Fussbodenheizung) geeignet.
Nachteil: Er muss 4–6 Wochen trocknen, bevor Bodenbeläge verlegt werden können. Bei Fussbodenheizung kommen Aufheizdokumentationen dazu. Das kostet Zeit.
Anhydritestrich (Calciumsulfatestrich)
Fliessfähiger Estrich aus Anhydrit. Er liegt präziser, ist ebener und trocknet schneller als Zementestrich. Ideal für Fussbodenheizung. Nachteil: Nicht wasserresistent — für Nassräume ungeeignet.
Trockenestrich
Trockenestrich aus Gipsfaserplatten (z.B. Knauf, Fermacell) wird verlegt wie Platten, ohne Wartezeit. Sofort begehbar, leicht, günstig und schnell. Ideal für Renovierungen und Dachgeschossausbauten, wo das Gewicht eines Nassestrichs problematisch wäre.
In älteren Häusern in Therwil und ähnlichen Gemeinden — wo Dachgeschosse mit Holzbalkendecken ausgebaut werden — ist Trockenestrich oft die einzig mögliche Lösung.
Welcher Estrich für Fussbodenheizung?
Nassestrich und Anhydritestrich sind ideal. Der Wärmedurchgangswiderstand des Estrichs muss unter 0.15 m²K/W liegen. Trockenestrich ist für Fussbodenheizung bedingt geeignet — nur mit speziellen Systemen und niedrigen Vorlauftemperaturen.
Mindestdicken
- Schwimmender Estrich auf Dämmung: mind. 65 mm
- Mit Fussbodenheizung: mind. 45 mm über Rohr
- Trockenestrich: 25–35 mm