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Nassestrich, Anhydritestrich oder Trockenestrich: Unterschiede, Dicken, Trocknungszeiten und wann welcher System sinnvoll ist.
Nassestrich oder Trockenestrich: Was passt?

Nassestrich oder Trockenestrich — die Wahl des Estrichsystems ist eine grundlegende Entscheidung die alles Folgende beeinflusst.

Nassestrich (Zementestrich)

Flüssiges Zementgemisch wird eingebracht, verteilt, abgezogen und geglättet. Standard in der Schweiz. Günstig, robust, belastbar. Nachteil: 4–6 Wochen Trocknungszeit — blockiert den Fortschritt. Dicke: mind. 50–60 mm.

Anhydritestrich (Fliessstrich)

Fliessfähiger Estrich aus Calciumsulfat. Selbstnivellierend — perfekte, ebene Oberfläche. Kürzere Trocknungszeit als Zementestrich. Nicht feuchteresistent: nicht in Nassbereichen. Dünnere Schichten möglich (35–40 mm). Gut für Fussbodenheizung.

Trockenestrich (Fertigteile)

Gipsfaser- oder Spanplatten werden auf Schüttung verlegt. Keine Trocknungszeit — sofort begehbar. Gut für schnelle Bauzeiten, Umbau im bewohnten Haus. Weniger belastbar als Nassestrich. Empfindlich auf Feuchtigkeit (nicht in Nassräumen).

Aufbaudicken

  • Nassestrich ohne Heizung: 50–65 mm
  • Mit Fussbodenheizung: 65–80 mm (Rohre + Überdeckung)
  • Anhydrit: 35–45 mm ohne Heizung
  • Trockenestrich: 20–30 mm (Platten)

In Häusern in Sissach, wo Umbau im bewohnten Zustand stattfand, war Trockenestrich die einzige Option — keine Trocknungszeit, kein Geruch, sofort weiterbauen.

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