Nachhaltig bauen und sanieren ist keine Modeerscheinung — es ist ökonomisch und ökologisch sinnvoll. Was bedeutet Nachhaltigkeit im Bauwesen konkret?
Graue Energie
Jedes Baumaterial hat «graue Energie» — die Energie, die für Herstellung, Transport und Entsorgung aufgewendet wird. Beton, Stahl und Glas sind energieintensiv. Holz und Naturmaterialien deutlich weniger.
Beim Bau oder der Sanierung: Bestand erhalten, wenn möglich. Jeder nicht abgerissene Bauteil spart graue Energie. Das ist der grösste Beitrag zur Nachhaltigkeit — noch vor Dämmung und Solaranlage.
Nachwachsende Rohstoffe
Holz, Hanf, Kork, Zellulose, Schafwolle — diese Dämmmaterialien binden CO₂ während des Wachstums und haben geringe graue Energie. Sie sind teurer als Mineralwolle oder Styropor, aber ökologisch überlegen.
Minergie und andere Standards
Minergie ist der Schweizer Energiestandard für Gebäude mit kontrollierter Wohnraumlüftung und geringem Energiebedarf. Minergie-P ist strenger (annähernd Passivhaus). Minergie-Eco berücksichtigt auch ökologische Baustoffe und Raumklima.
In Häusern in Muttenz, die als Minergie-P saniert wurden, sind die Heizkosten teilweise auf unter CHF 500 pro Jahr gesunken — eine Einsparung, die sich über Jahrzehnte addiert.
Wasser sparen
Wassersparende Armaturen (mind. 5 l/min statt 15), WC mit 3/6-Liter-Spülung (statt 9 Liter), Regenwassernutzung für WC und Garten — kleine Massnahmen mit konkreter Wirkung auf die Wasserrechnung.
Lebensdauer beachten
Langlebige Materialien sind nachhaltiger als günstige, kurzlebige. Eine Granitterrasse hält 100 Jahre — eine Kunststoffterrasse 15 Jahre. Lebenszykluskosten und nicht nur Anschaffungskosten vergleichen.